Zwischen Gudhjem und Tejn prägen die Helligdomsklipperne Bornholms Nordküste. Bis zu 22 Meter ragen die dunklen Felswände über dem Meer, über Millionen von Jahren hinweg geprägt von Wind, Wasser und Eis. Vom Wasser aus wirkt die Küstenlinie besonders eindrucksvoll, weshalb im Sommer Ausflugsboote bis an den Fuß der Klippen fahren. Direkt oberhalb liegt das Bornholms Kunstmuseum. Von dort führen Holztreppen hinab in die Küstenlandschaft. Die schroffen Gesteinsstrukturen, engen Spalten und kleinen Buchten sind ein eindrucksvolles Erlebnis, das sich gut mit einem Besuch im Kunstmuseum kombinieren lässt.
Die Helligdomsklipperne — zu Deutsch: „Heilige Klippen“ — erhielten ihren Namen im Mittelalter, als sich in der Nähe eine heilige Quelle befand, die Pilger, insbesondere zur Mittsommernacht, anlockte. Über der Quelle stand früher die Trefoldighedskapellet (Dreifaltigkeitskapelle). Man brachte das Quellwasser zur Kapelle, in der Hoffnung, von Krankheiten geheilt zu werden. Die Legende besagt, dass die Quelle so wenig Wasser hatte, dass zur Mittsommernacht eine Frau bezahlt werden musste, um sie mit Meerwasser zu füllen.
Um 1906 wurde das Gebiet für den aufkommenden Tourismus erschlossen. Die Einheimischen sorgten dafür, dass ein öffentlicher Küstenweg entstand. Helligdomsklipperne waren und sind ein beliebter Ort für Besucher, Künstler und Pilger gleichermaßen, weshalb die „heilige“ Atmosphäre bis heute spürbar bleibt.

Die Formation der Helligdomsklipperne geht auf etwa 1,7 Milliarden Jahre zurück. Die Klippen bestehen hauptsächlich aus gestreiftem Gneis, durchzogen von Diabasgängen, die Risse auffüllten und so unterschiedliche Erosionsbeständigkeit schufen. Durch über Jahrtausende hinweg einwirkende Umwelteinflüsse wie Wind, Wasser und Eis wurden markante Felssäulen, Klüfte und Grotten geformt. Auch nach der letzten Eiszeit waren die Klippen zeitweise vollständig vom Meer bedeckt, was zu weiteren Verwitterungen führte.
Berühmte natürliche Felsstrukturen sind etwa die „Sorte Gryde“ (Schwarzer Topf), „Våde Ovn“ (Nasser Ofen) und „Tørre Ovn“ (Trockener Ofen), die tiefe Höhlen oder Kammern darstellen. Der felsige Küstenstreifen ist etwa 22 Meter hoch und bietet eine spektakuläre Kulisse mit schroffen Granitformationen und tiefen Spalten.

Die Flora an den Helligdomsklippen ist vielfältig und speziell an das raue Küstenklima angepasst. Besonders prägend sind verschiedene Arten von Vogelbeeren und deren Hybriden, darunter die finnische und die schwedische Mehlbeere. Auf den Klippen wachsen auch Heidekraut, große Nelken, Eichen, Birken und Wacholder. Kleine Lindenpflanzen ersetzen zunehmend kranke Ulmen. Auch Bergahorn ist häufig anzutreffen und ergänzt das karge, felsige Landschaftsbild.
Das Bornholms Kunstmuseum liegt in landschaftlich schöner Umgebung, in der Nähe der Helligdomsklipperne, etwa zwischen den Felsen und dem Døndalen-Tal. Das 1993 eröffnete Museum gilt architektonisch als Meisterwerk und ist zugleich von eindrucksvollen Skulpturen umgeben.
Im Inneren wird internationale Kunst gezeigt, teils mit regionalen Bezügen zur Insel Bornholm. Eine Besonderheit ist die heilige Quelle, die durch das Museum fließt und nach der Felsformation benannt ist.

Von Gudhjem aus fahren im Sommer mehrmals täglich Passagierboote wie die M/S Thor zu einer kleinen Anlegestelle direkt am Fuß der Klippen. Dort führen Treppen hinauf zu den Felsen und erleichtern den Zugang. Die Bootstour bietet vom Wasser aus eine traumhafte Perspektive auf die steilen Granitklippen und kann entweder als Hin- oder als Hin- und Rückfahrt genutzt werden.
Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde und wird von einem erfahrenen Skipper mit Erläuterungen begleitet.
Die Helligdomsklipperne liegen etwa 6 Kilometer von Gudhjem und 5 Kilometer von Tejn entfernt. Der Küstenweg verbindet die Orte und lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Für Wanderer führt ein gut markierter Pfad entlang der Klippen mit fantastischen Ausblicken auf die Ostsee.
Zwischen Gudhjem und Tejn gibt es auch Busverbindungen und die Möglichkeit, Teilstrecken mit dem Bus zu fahren und die anderen Etappen zu wandern oder mit dem Fahrrad zu absolvieren.
Eine der beliebtesten Wanderungen verläuft entlang des Kyststi (Küstenwegs) zwischen Gudhjem und Tejn oder umgekehrt, wobei die Helligdomsklipperne ein Höhepunkt der Route sind. Die Strecke ist ca. 10-12 Kilometer lang, je nach Start- und Endpunkt, und bietet spektakuläre Panoramen und naturbelassene Pfade.
Viele Touristen kombinieren die Tour und nehmen das Boot für die Hinfahrt und wandern auf dem Küstenpfad zurück nach Gudhjem. Auch Kombinationen mit dem Bus oder einfache Fahrradtouren sind beliebte Möglichkeiten, die Helligdomsklipperne zu besichtigen.