Die Suche nach dem passenden Ferienhaus auf Bornholm beginnt meist mit der Entscheidung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Küstenformen. Wer den klassischen Urlaub mit feinem Sand und flachem Wasser sucht, schaut sich im Süden der Insel um, zum Beispiel in Sømarken, Dueodde, Snogebæk oder Balka. Dort stehen die Holzhäuser oft direkt in den Kiefernwäldern hinter den Dünen.
Ganz anders ist das Bild im Norden, wo man auf den Felsen oder in den schmalen Gassen der Hafenorte wie Svaneke, Gudhjem oder Allinge-Sandvig wohnt.
Für die beliebte Reisezeit im Hochsommer ist eine rechtzeitige Buchung ratsam, da in dieser Zeit die meisten Touristen auf der Insel sind. Wenn man ein Haus in erster Reihe am Wasser sucht, muss man sich daher meist lange im Voraus festlegen. Trotzdem finden sich mit etwas Glück auch kurzfristig noch freie Ferienhäuser. Außerhalb der Ferienzeit wird die Auswahl wieder größer. Dann sinken die Preise spürbar und man kann viele Häuser auch für kürzere Aufenthalte von nur wenigen Tagen mieten.
Die Wahl des Standorts auf Bornholm hängt meist davon ab, ob man den Sandstrand oder die Felsküste bevorzugt. Im flachen Süden, besonders in Sømarken und Dueodde, stehen die klassischen dänischen Ferienhäuser oft direkt in den Dünen oder im Wald.
Im Norden, bei Allinge, Sandvig oder Gudhjem, ist die Bebauung wegen der Felsküste enger. Dort findet man eher Apartments, Hotels und Ferienwohnungen. Wenn man im Inselnorden ein freistehendes Ferienhaus sucht, muss man etwas genauer schauen. Es gibt jedoch vor allem in den Randlagen der Klippenorte entsprechende Objekte.
Sømarken liegt im Süden zwischen Rønne und Dueodde. Die Gegend ist flach, waldreich und vor allem bei Leuten beliebt, die außerhalb von Ortschaften nahe am Strand wohnen wollen. Die meisten Ferienhäuser stehen hier auf großen Naturgrundstücken unter Kiefern, oft nur ein paar hundert Meter vom Wasser entfernt.
Der Strand ist feinsandig und weniger besucht als der in Dueodde. Wer hier Urlaub macht, sollte zwei Adressen kennen. Die Bakkarøgeriet ist eine urige Räucherei direkt am Küstenwanderweg. Dort gibt es frischen und geräucherten Fisch sowie abends oft Live-Musik in lockerer Runde. Ein paar Kilometer weiter wartet mit dem Kadeau das krasse Gegenteil. Das Restaurant hat einen Michelin-Stern und ist weltweit bekannt. Wer dort essen will, muss den Tisch lange im Voraus reservieren. Ansonsten ist Sømarken einfach ein guter Ort, um das Auto stehen zu lassen und alles mit dem Fahrrad zu erledigen.
Dueodde ist vor allem für seinen extrem feinen, weißen Sand bekannt. Der Strand ist hier so breit, dass man zwischen den hohen Dünen fast den Überblick verliert. Die meisten Ferienhäuser stehen tief im Kiefernwald, westlich und östlich des Hauptstrands, versteckt. Man wohnt hier sehr naturnah, muss aber für größere Einkäufe ein Stück fahren.
Die nächste Möglichkeit zum Einkaufen oder zum Bummeln ist das Fischerdorf Snogebæk. Wer nicht nur am Strand liegen will, findet rund um die drei Campingplätze und den markanten Leuchtturm viele Radwege. Von hier aus kann man gut Tagestouren nach Svaneke oder Rønne starten, da die Strecken im Süden der Insel größtenteils flach verlaufen.
Balka und Snogebæk liegen direkt nebeneinander im Südosten. Der Strand in Balka ist extrem flach und das Wasser wird nur langsam tiefer. Deshalb sieht man hier im Sommer fast nur Familien mit kleinen Kindern. Direkt am Strand gibt es aber auch Windsurf- und Kajakschulen, was die Ecke für Wassersportler interessant macht.
Snogebæk fühlt sich noch eher nach einem alten Fischerdorf an, auch wenn es dort heute viele moderne Cafés und kleine Läden gibt. Wer hier ein Ferienhaus mietet, kommt mit dem Fahrrad schnell in den nahegelegenen Hafenort Nexø oder fährt weiter die Küste hoch Richtung Svaneke. In die andere Richtung geht es flach nach Dueodde und Sømarken. Wer genug vom Sand hat, erreicht von hier aus auch das Wald- und Wandergebiet Paradisbakkerne im Inselinneren ziemlich schnell.
Nexø ist die zweitgrößte Stadt der Insel und wirkt deutlich urbaner und weniger „aufgeräumt“ als die klassischen Urlaubsorte wie Gudhjem. Wer hier wohnt, bekommt mehr vom echten Inselalltag mit. Das Leben spielt sich vor allem rund um den großen Fischerei- und Yachthafen ab. Es gibt dort eine gute Auswahl an Läden, Supermärkten und Museen, etwa dem Martin-Andersen-Nexø-Haus.
Die Stadt hat keinen eigenen Sandstrand, aber man ist mit dem Fahrrad in zehn Minuten in Balka oder fährt ein Stück weiter nach Dueodde. Nexø ist zudem ein guter Startpunkt für Touren ins Inselinnere, denn das Wandergebiet Paradisbakkerne liegt quasi vor der Haustür. Auch die Fahrt die Küste hinauf nach Svaneke ist kurz. Ferienhäuser findet man hier seltener direkt im Stadtkern, dafür eher in den Randbezirken und Siedlungen drumherum.
Svaneke ist wahrscheinlich der Ort auf Bornholm, in dem man am einfachsten hängen bleiben kann. Die Stadt ist extrem gemütlich mit ihren bunten Fachwerkhäusern und den vielen kleinen Handwerksbetrieben. Im Gegensatz zu reinen Feriendörfern ist Svaneke ein lebendiger Ort. Es gibt einen Marktplatz, mehrere Supermärkte, die berühmte Bonbon-Manufaktur sowie eine gute Auswahl an Cafés und Restaurants.
Man kann hier problemlos zwei Wochen verbringen, ohne dass es langweilig wird. Zum Baden gibt es direkt im Ort eine Badestelle, und wer sich bewegen will, nimmt den Küstenwanderweg. In die eine Richtung geht es nach Årsdale, in die andere Richtung kann man kilometerweit an den Klippen entlang Richtung Gudhjem laufen. Wenn Kinder dabei sind, ist der Freizeitpark Brændesgårdshaven (Joboland) gleich um die Ecke ein schönes Ausflugsziel. Die Ferienhäuser in Svaneke liegen oft etwas erhöht, sodass man von der Terrasse aus direkt auf die Ostsee schaut.
Gudhjem ist wahrscheinlich der fotogenste Ort der Insel. Die Gassen sind steil, mit Kopfstein gepflastert und führen alle direkt hinunter zum Hafen. Im Sommer ist hier richtig viel los, und man teilt den Ort mit vielen anderen Touristen. Dementsprechend gibt es viele kleine Boutiquen, Cafés und Restaurants.
Der Hafen ist der Dreh- und Angelpunkt: Von hier aus starten die Fähren zu den Erbseninseln (Christiansø) und die Ausflugsboote, die entlang der Steilküste zum Bornholmer Kunstmuseum fahren. Wenn man die Landschaft lieber zu Fuß erkundet, erreicht man die Helligdomsklippen über den Küstenwanderweg. Da der Ort direkt in den Hang gebaut ist, gibt es hier viele Ferienwohnungen und Häuser mit weitem Blick auf die Ostsee. Gudhjem ist lebhaft, pittoresk und im Juli ein bisschen überlaufen, aber genau das macht den Charme des Ortes aus.
Ganz im Norden der Insel liegen Allinge und Sandvig direkt nebeneinander. Die Landschaft dort ist deutlich felsiger als im Süden. In Allinge ist meistens mehr los. Es gibt dort viele Restaurants, kleine Läden und im Sommer auch Konzerte am Hafen.
Sandvig ist der ruhigere Teil. Der Ort grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Hammeren. Man kann von dort aus gut zur Burgruine Hammershus wandern oder an den Klippen des Hammerknuden entlanglaufen.
Hier gibt es weniger Ferienhäuser als auf der Südseite Bornholms, dagegen mehr Ferienwohnungen und Apartments. Weil man von fast überall aus schnell am Wasser oder in der Natur ist, sind die Unterkünfte hier im Sommer oft schon Monate im Voraus ausgebucht.
Der Standard der Ferienhäuser auf Bornholm ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. WLAN gehört heute fast überall zur Grundausstattung, oft kombiniert mit Smart-TVs, die Internetzugang für Streamingdienste bieten. Auch die Küchen sind meist modern eingerichtet, inklusive Spülmaschine und vollständiger Grundausstattung an Kochutensilien. Weiterhin verfügen die meisten Ferienhäuser auf Bornholm über eine Waschmaschine.
In den Außenbereichen gehören Terrassen mit modernen Grills und Gartenmöbeln zum Standard. Auf den Grundstücken stehen für Familien häufig Schaukeln oder Sandkästen bereit. Viele Objekte, besonders die etwas größeren, verfügen zudem über eine eigene Sauna oder einen Whirlpool.
Fast alle Ferienhäuser auf Bornholm sind mit effizienten Luft-Luft-Wärmepumpen ausgestattet, die oft auch als Klimaanlage genutzt werden können. Immer mehr Ferienhäuser verfügen zudem über eine Wallbox zum Laden von E-Autos. Natürlich gibt es im Einzelfall Unterschiede je nach Alter des Hauses, aber die genannten Punkte bilden mittlerweile das übliche Niveau ab.
Die Nachfrage nach Ferienhäusern auf Bornholm konzentriert sich stark auf die Monate von Juni bis August. Da die Auslastung in dieser Zeit regelmäßig über 90 % liegt, ist eine Buchung sechs bis neun Monate im Voraus üblich, um noch eine Auswahl bei Lage und Ausstattung zu haben. In der Nebensaison – also im Mai, Juni oder September – entspannt sich die Lage etwas. Dann genügt meist ein Vorlauf von drei bis sechs Monaten.
In den Winter- und Frühjahrsmonaten von November bis April stehen zwar theoretisch viele Ferienhäuser leer, allerdings ist nur ein Bruchteil der Unterkünfte (etwa 14 %) überhaupt ganzjährig für Gäste geöffnet. Viele Vermieter nutzen die kalte Jahreszeit für Renovierungen oder schließen ihre Häuser über den Winter hinweg komplett.
Die meisten Urlauber bleiben zwischen einer und zwei Wochen auf der Insel, wobei in der Nebensaison auch Kurzreisen von vier oder fünf Tagen üblich sind. Viele Vermieter lassen sich außerhalb der Spitzenzeiten auf solche kürzeren Zeiträume ein.
In der Hochsaison sieht das meist anders aus. Hier legen sich fast alle Anbieter auf wochenweise Vermietungen fest, wobei der Samstag der klassische Wechseltag ist. Flexiblere An- und Abreisetage findet man dann kaum, da die Ferienhäuser meist lückenlos Anschlussbuchungen haben. In der ruhigeren Zeit abseits der Sommerferien ist die Planung deutlich freier und auch kurzfristige Buchungen für wenige Tage sind möglich.
Die Kosten für ein Ferienhaus hängen stark von der Reisezeit und der Entfernung zur Küste ab. In der Hauptsaison (Juli und August) liegen die Preise im Durchschnitt zwischen 1.200 und 2.100 € pro Woche. Ferienhäuser direkt am Strand oder mit Extras wie Pool oder Sauna liegen meist am oberen Ende dieser Skala.
In der Vor- und Nachsaison, also im Mai, Juni oder September, sinken die Kosten auf etwa 800 bis 1.200 € pro Woche. Am günstigsten ist der Zeitraum von November bis April, sofern die Ferienhäuser winterfest sind. Hier beginnen die Wochenpreise oft bereits bei rund 500 €. Wer ein Haus in den begehrten Lagen im Süden oder in den Klippenorten sucht, muss allerdings auch in der Nebensaison mit einem Aufschlag rechnen und sollte aufgrund der begrenzten Auswahl frühzeitig reservieren.
| Saison | Durchschnittspreis pro Woche (ca.) |
|---|---|
| Hauptsaison (Juli) | 1.200–2.100 € |
| Nachsaison (Mai/September) | 800–1.200 € |
| Nebensaison (Nov.–April) | 500–900 € |