Die kleine Hafenstadt Nexø an Bornholms Ostküste ist die Heimat eines der bedeutendsten dänischen Literaten: Martin Andersen Nexø (1869–1954). Obwohl er in Kopenhagen geboren wurde, verbrachte er prägende Jahre seiner Jugend auf der Insel. Später wählte er den Namen seiner dortigen Heimatstadt als literarisches Pseudonym.
Sein bescheidenes Elternhaus in der Ferskesøstræde 36 ist heute ein intimes Museum, das Besucher in die Vergangenheit entführt und die Wurzeln eines literarischen Gewissens sichtbar macht.
Das Museum ist in einem kleinen, charakteristischen Haus untergebracht, das 1882 vom Vater des Schriftstellers erbaut wurde. Die Familie war bereits 1877 aus den ärmsten Vierteln Kopenhagens nach Neksø gezogen.
Martin Andersen Nexø stammte aus ärmlichen Verhältnissen und fühlte sich zeitlebens der besitzlosen Klasse verbunden – eine Erfahrung, die sein späteres Schaffen stark prägte. Er verbrachte einen prägenden Teil seiner Jugend (etwa im Alter von 8 bis 15 Jahren) auf Bornholm. In diesem Haus lebte der junge Martin von etwa 1882 bis 1884, bevor er 1884 seine Lehre als Schuhmacher begann.

Trotz der Entbehrungen hatte die Insel eine tiefgreifende Wirkung auf seine Sensibilität und seine literarische Arbeit. Er avancierte später zum ersten großen Vertreter der ab dem 20. Jahrhundert an Bedeutung gewinnenden Arbeiterliteratur in Dänemark.
Das Museum ist keine groß angelegte Ausstellung, sondern eher ein unverstelltes Zeugnis der Zeit und des Ortes. Es bewahrt das ursprüngliche Aussehen und die Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts und macht die beengten und einfachen Verhältnisse, in denen der spätere Nobelpreisanwärter aufwuchs, erlebbar.
Die frühe Erfahrung von Armut und die Beobachtung des Arbeiterlebens, das auch von den Problemen des alkoholabhängigen Vaters geprägt war, wurden zur zentralen thematischen Quelle für Andersen Nexøs Werk.
Seine wichtigsten Romane haben ihre Wurzeln in dieser Zeit. Sie sind von tiefem Einfühlungsvermögen, sozialem Realismus und dem Glauben an die Stärke des Proletariats durchdrungen.
Nexø sah sich selbst als den Schriftsteller des internationalen Proletariats und brach später mit den Sozialdemokraten, um Mitbegründer der Kommunistischen Partei Dänemarks zu werden – ein politisches Engagement, das sein Leben und seine Rezeption nachhaltig prägte.
Das Museum zählt zu Bornholms kleinsten Sehenswürdigkeiten. Es ist keine groß angelegte Ausstellung, sondern eher ein unverstelltes Zeugnis der Zeit und des Ortes. Der liebevolle Gedenkort bewahrt das ursprüngliche Aussehen und die Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts und macht die beengten und einfachen Verhältnisse, in denen der spätere Nobelpreisanwärter aufwuchs, unmittelbar erlebbar.
Es zeigt Dokumente, Fotografien und Erstausgaben und ermöglicht so einen intimen Einblick in das Alltagsleben der Epoche sowie in die persönlichen Entwicklungen des Autors.

Die Gedenkstätte eignet sich nicht nur für Literaturfans, sondern auch für alle, die sich für die Inselgeschichte und das einfache Leben im alten Dänemark interessieren. Der Besuch bietet eine wunderbare Ergänzung zu einem Spaziergang durch Nexø, da der Ort untrennbar mit dem Namen des Schriftstellers verbunden ist.
Für Kinder, die Pelle der Eroberer nicht kennen, ist der Besuch jedoch nur bedingt zu empfehlen. Denn außer dem Haus und den textlastigen Schautafeln gibt es nur wenige interaktive Elemente.
Um tiefer in das Leben und die literarische Welt des Autors einzutauchen, empfiehlt sich die Dichterroute. Diese 6,6 Kilometer lange Wanderung durch die wunderschöne Natur und die gemütlichen Gassen von Nexø verbindet die Kindheit des Literaten mit seinen weltberühmten Werken.
Die Route beginnt und endet direkt am Museum. Sie führt an acht spannenden Zwischenstopps vorbei, die die Orte mit dem Leben und der Literatur des Schriftstellers verbinden. Dabei passiert man unter anderem den schönen Marktplatz von Nexø und gewinnt neue Perspektiven auf die hübsche Küstenstadt.

Die Dichterroute wird von acht Audioerzählungen begleitet, die sich bequem auf dem Mobiltelefon anhören lassen. Diese stimmen an jedem Stopp mit der Atmosphäre und den literarischen Themen des Schriftstellers ein und geben hervorragende Einblicke in seine Erzählkunst – insbesondere in die Schilderung der Lebensbedingungen der Ärmsten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Es empfiehlt sich, die Route mit einem Besuch im Museum und im schönen Museumsgarten zu verbinden.
Eine detaillierte Karte mit den Links zu Google Maps und den Audio-Dateien zur Route findest du hier als PDF (1 MB).